#turintolove – 15 Gründe Turin zu lieben

Turin mit den Alpen im Hintergrund

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Schon komisch… Ohne je in Turin gewesen zu sein, kreierte ich für den Italienischen Tourismusverband Turismo Torino e Provincia den Hashtag #turintolove. Also nix wie hin und diese gewagte Liebesbotschaft selbst auf die Probe stellen. Doch ich sollte schnell beruhigt sein. Denn was ich vorfand, war eine italienische Stadt zwischen Industrie und Idyll. Eine Stadt, die es einem einfach macht, sie lieb zu gewinnen. Denn Turin ist…

…mediterran!

Die Straßenbahn in Turin

Turin ist die nördlichste Großstadt Italiens. Und doch so richtig mediterran. Auch wenn man hier eher die Alpen- statt die Meeresbrise spürt, versprüht die Stadt in der Region Piemont in Italien ein belebtes, ja sogar südländisches Flair, das die Seele ein wenig streichelt. Mit offenen Straßencafés und hübschen Bänken in der Sonne.

Mit Kopfsteinpflaster und prächtigen Säulengängen. Mit Eis auf der Piazza, dem Gelächter junger Turinerinnen auf der Shoppingmeile und dem Geschnatter der Alten im Park. Turin steckt voller Lebensfreude.

…alpennah!

Eine Einkaufsstraße in Turin

Das Turin unweit der Alpen liegt, dürfte wohl allseits bekannt sein. Aber so nah? Das mag dann doch überraschen. Wandelt man durch die alten Straßenschluchten der Stadt, türmen sich am Ende der Straße plötzlich riesige Berge auf: majestätisch, einladend und mit strahlend-weißer Schneekoppe obenauf.

…imposant!

Der Mole Antonelliana in Turin

Wie Rom, Mailand oder Neapel wartet auch Turin mit eindrucksvollen Gebäuden auf. Zum Beispiel mit dem Mole Antonelliana, einer der bekanntesten Gebäude Turins. Aber auch mit anderen meist massiven, epochalen Gemäuen, die in der Abendsonne leuchten als wollten sie ihren Glanz auch heute noch tagein, tagaus unter Beweis stellen. Und das klappt ganz gut.

…köstlich!

Gnochi gemacht in Turin

Italienische Küche wohin der Magen einen leitet. Dabei wird man sicher nicht enttäuscht. Ob bei dem Nudelfabrikanten Pastificio Defilippis, wo die Gnocchi seit 1872 mit der Hand gerollt werden, oder bei der Gelateria Pepino, echten Vorreitern bei der Herstellung von Eis, die im Jahre 1939 das legendäre „Eis am Stil“ erfanden.

Als sei das nicht genug Zucker, gibt es da noch mehrere Hersteller zahlreicher anderer Süßigkeiten, bei denen die Karies schon vom Anschauen nur so spießen. Turiner wissen eben, wie man lebt.

…idyllisch!

Ein Zeitungskiosk in Turin

Großstadt? Ja! Stress? Eher weniger. In vielen Ecken Turins liegt eine unverhoffte Ruhe und wunderbare Gemächlichkeit. Ob beim Kiosk-Gianni an der Strada oder bei Blumen-Alessia auf der Piazza, hier ist man noch per du, liebt es sich ausgiebig über die Freuden und Leiden des Lebens zu unterhalten und in den Tag hinein zu leben. Hier fährt man gern mit dem alten, scheppernden Fahrrad und holt sich das Brot noch beim Bäcker um die Ecke.

…stolz!

Ein Balkon in Turin

Wir Deutschen zeigen unseren Nationalstolz bekanntlich höchstens alle zwei Jahre bei Fußball-Großevents. Der Turiner ist da ganz anders. Hier hängt die Italienische Flagge hoch am Balkon. Immer. Seit Jahrzehnten. Bis die Farbe verblasst. Forza Italia!

…verspielt!

Ein Kind in Turin

Große Jungs verkaufen Luftballons an kleine Jungs. In allen Farben und allen Formen. Und nahezu an jeder Ecke und auf jeder Piazza. Klingt komisch, ist aber so.

…pittoresk!

Haus in Turin

Eins hat Turin mit anderen italienischen Städten gemein, es lässt sich am besten erlaufen. Und das geht so: Einfach in eine beliebige Richtung spazieren und an Abzweigungen immer die Richtung einschlagen, in der es noch schöner aussieht. In Turin ist nämlich nichts einfacher als das. An jeder Kreuzung schlägt man ein neues Bilderbuch auf. Mit prachtvollen Kirchen, kunstvoll verzierten Balkonen und vielen uralten, schweren, Holztüren! Oh, ich liebe uralte, schwere Holztüren wie die in Turin!

…künstlerisch!

Kunst in Turin

Unverhofft kommt in Turin oft. Vor allem, wenn man Kunst mag. Denn neben den zahlreichen Museen und Galerien findet Kunst auch mitten in der Stadt erst Platz, dann Anerkennung. So wie diese Gesichtsfragmente im Hof des Palastes.

…historisch!

Ein Museum in Turin

Die Steine auf denen Turin gebaut ist, haben viel zu erzählen. Nicht umsonst war die Stadt im 19. Jahrhundert ganze 25 Jahre lang die Hauptstadt Italiens und hat im Umkreis der Stadt sage und schreibe 17 UNESCO-Weltkulturerbestätten. Eine Anzahl, die sich sehen lassen kann.

Mit riesigen Jagdschlössern wie dem wirklich sehr eindrucksvollen Schloss Stupinigi, ein Jagdsitz der Herzöge von Savoyen und eines, das der gemeine Tourist, mit Verlaub, wohl eher im Umland von Paris erwarten würde. Aber ganz im Gegenteil, Turin ist eine wahre Fundgrube für historisch Interessierte.

…modern!

Impressionen aus Turin

Wo es viel Altes gibt, sind die Jungen meist auf dem Vormarsch. So auch in Turin, wo mehr und mehr kleine Boutiquen, hippe Szenecafés, alternative Kunstgalerien und andere innovative Konzepte sprießen.

…grün!

Turin von oben

Von wegen Industriestadt! Die Region ist voller grüner Grünanlagen, die perfekt dafür sind, den Tag mit Freunden und einem guten Vino ausklingen zu lassen. Ob im Parco del Valentino oder entlang des Flusses Po (ja, der heißt wirklich so!)

…fleissig!

Die Fiat-Werke in Turin

Vielen dürfte Turin vor allem als Industriestadt bekannt sein. Das liegt vor allem daran, dass die Stadtverwaltung den Verlust der Hauptstadtfunktion mit einer raschen Industrialisierung wettmachte. Allen voran natürlich mit der Automobilindustrie rund um Fiat und Lancia, die bis heute wie ein Fels in der Brandung steht – auch wenn einige Fabriken längst ausgelagert sind. Dem Stolz der Turiner auf ihren Ruf als fleißiges Völkchen tut dies selbstverständlich keinen Abbruch.

…fußballverrückt!

Ein Graffiti in Turin

Fleißig sind auch die Fußballer der Stadt seit je und eh, allen voran Juventus Turin, deren Spieler schon immer auch ein wenig Posterboy waren. Und die schnell zu Nationalhelden wurden und es oft bis heute sind. Vielleicht ja auch für immer. So wie der einstige Stürmerstar Alessandro Del Piero.

…musikalisch!

Straßenmusiker in Turin

Und noch ein italienisches Klischee das voll erfüllt wird (Gut so, ich wäre sonst auch enttäuscht gewesen:) Turin ist voller Straßenmusikanten mit Kontrabass, Saxofon, Akkordeon und jeder Menge wunderbar herzzerreißender Hingabe. Italiener eben.

Vielen Dank an Turismo Torino e Provincia und Consorzio Turistico „Incoming Experience“ für die Einladung nach Turin und ein zauberhaftes gemeinsames Wochenende.

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Der Artikel ist auch in English verfügbar.

  1. Janett says:

    Toller Bericht !!! Ich seh schon, das ihr allesamt inzwischen so verliebt in Turin seit, das ich wohl diese Stadt auch unbedingt mal besuchen muss !
    Gruss Janett

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  2. Neni says:

    Ist ja wirklich beeindruckend. Bisher dachte ich Turin wäre eine graue Stadt mit Stadion. Vor allem die Aussicht hats mir angetan.

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    • Clemens says:

      Hey Neni, wenn ich ehrlich bin, ging es mir genauso… deshalb hat mich Turin ja auch so überrascht. Ist eigentlich perfekt für einen Wochenendtrip: viel zu sehen, gutes Essen, schöne Cafés!

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  3. What a wonderful presentation of Turin. Clear and fun. Thank you so much.

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  4. Tabitha says:

    Turin habe ich bisher nur mit Juve in Verbindung gebracht.
    Jetzt habe ich ein paar wirklich charmante Bilder dazu im Kopf… Manchmal sind die Städte, die nicht mit einer großen Erwartungshaltung einher kommen, die einnehmendsten…

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