Peking Sehenswürdigkeiten: Ein Streifzug durch das alte Kaiserreich

Was ist noch übrig vom alten Peking? Kann man die Bauten des alten Kaiserreiches noch heute besuchen und wenn ja, welche lohnen sich am meisten? Ob man nun mit dem 72-Stunden-Visum in Peking einreist oder gleich eine ganze Woche bleibt, es gibt einiges zu sehen in der chinesischen Hauptstadt. Hier kommen die besten Peking Sehenswürdigkeiten des alten Kaiserreichs.Peking-Sehenswuerdigkeiten-Altes-Peking-Sommerpalast
Von Klassikern, wie der Verbotenen Stadt und dem Himmelstempel, bis zu bis hin zu einer Verschnaufpause im Beihai Park oder Ausflügen zu den Seen beim Sommerpalast, zu den Ming Gräbern oder natürlich zur Chinesischen Mauer. Ja, es gibt ein altes Peking, das entdeckt werden will.

Himmelstempel: Altar, wie schön!

Der Himmelstempel bzw. Himmelsaltar ist das heimliche Highlight unter den Tempeln in Peking. Der Altar befindet sich inmitten eines weitläufigen Parks, der vor allem von älteren Chinesen gerne aufgesucht wird, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Oft stößt man auf größere Gruppen älterer Einheimischer, die die späte Stunde nutzen, um gemeinsam Spiele im Park zu spielen. Vor allem die Lieblingsbeschäftigung der Chinesen erfreut sich hier großer Beliebtheit: das Brettspiel Mahjong.

Der Altar selbst befindet ist das Herzstück des Parks und der Ort, an dem die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr für eine gute Ernte beteten. Der Tempel liegt etwas erhöht, wodurch sich eine schöne Aussicht auf Peking ergibt, wie unter anderem auf das markante CCTV Gebäude.

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Tipp zur besten Besuchszeit: Der Besuch des Himmelstempels in Peking lohnt sich besonders am späten Nachmittag. Die großen Besuchermassen sind schon wieder weg. Man hat den Park zwar nicht für sich allein, aber mit Sicherheit einen unvergesslichen Ausblick auf das abendliche Peking im Sonnenrot. Vorsicht: das Tor zum Altar schließt je nach Jahreszeit etwa um 17 Uhr.

Verbotene Stadt: Wie nicht von dieser Welt

Der Klassiker: die Verbotene Stadt in Peking. Zugegeben, verboten ist sie heute gar nicht mehr. Die riesige Anlage besteht aus mehreren Höfen, die man Tor zu Tor durchquert. Die Palastanlage beheimatet mehrere Ausstellungsräume, die einen Besuch wert sind. Man sollte sich also etwas Zeit lassen und den Charme der mehreren Jahrhunderte Chinesischer Herrschaft auf sich wirken lasen. Am Eingang begrüßt einen Mao Zedong, der „Große Vorsitzende“ übrigens höchstpersönlich, hoch thronend auf einem Gemälde über dem Eingangstor: dem Tor des Himmlischen Friedens, auf Chinesisch Tian’an Men genannt.

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Tipp für die Besuchsdauer: Man sollte mindestens zwei Stunden für den Besuch der Verbotenen Stadt einplanen. Die Palastanlage ist größer als gedacht.

Platz des Himmlischen Friedens: Der (vielleicht) größte Platz der Welt

Gegenüber vom Eingang zur Verbotenen Stadt liegt der Platz des Himmlischen Friedens, auch Tian’anmen Platz genannt. Laut chinesischen Angaben handelt es sich dabei um den größten Platz der Welt. Ob dem so ist, sei dahin gestellt. Sicherlich ist er aber einer der beeindruckenden Plätze der Welt. Er ist umgeben von einigen der wichtigsten Gebäude in Peking, darunter die Große Halle des Volkes und das Chinesische Nationalmuseum.

Peking Sehenswürdigkeiten: Mao vs. Wachsfigurenkabinett

Nach dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 wurde auf dem südlichen Teil des Platzes ein Mausoleum errichtet, in dem seither der echte konservierte Leichnam Maos ausgestellt ist – zumindest, wenn man den chinesischen Angaben glauben mag. Bis vor gut hundert Jahren war der Platz übrigens nicht öffentlich zugänglich. Erst ab 1911 war er eine wichtige Demonstrationsstätte mit einem Fassungsvermögen von bis zu einer Million Menschen.

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Tipp für das besondere Erlebnis: Wer etwas Besonderes erleben will, der sollte zum Sonnenuntergang am Tiananmen sein. Dann wird unter großen Jubel (und ganz vielen in die Luft gereckten Smartphones) feierlich die Fahne heruntergelassen.

Jingshan Park: Die beste Aussicht gibt’s vom Coal Hill

Eine echtes Highlight verbirgt sich jedoch hinter der Verbotenen Stadt: der Jingshan Park, unter den Einheimischen auch Kohlehügel genannt. Der Name entstammt der ursprünglichen Nutzung des privaten kaiserlichen Gartens als Lagerungsort für Kohle. Hier hielten einem alten Gerücht die Kaiser einen versteckten Vorrat an Kohle versteckt.

Heute aber befindet sich hier schlichtweg ein schöner Park und auf dessen größter Erhöhung wohl der beste Aussichtspunkt für eine Vogelperspektive auf die Verbotene Stadt. Auf alle Fälle hat ein Besuch des Jingshan Park einen weiteren Vorteil. Es ist wohl der einzige Ort in Peking, von wo aus man sich einen Eindruck von der einmaligen Struktur der Stadt machen kann. Nämlich dem markanten, quadratischen Aufbau rings um die ehemalige Kaiserstadt.

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Tipp für den besten Zeitpunkt: Für eine ganz besondere Atmosphäre besteigt man den Aussichtspunkt des Jingshan Park zum Sonnenuntergang. Aber Vorsicht: der Park schließt je nach Jahreszeit zu einer unterschiedliche Zeit.

Sommerpalast: Gartenkunst par excellence

Der Sommerpalast liegt im Nordwesten Pekings außerhalb der Innenstadt und ist einen Halbtagsausflug mehr als wert. Die Anlage erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer. Der Neue Sommerpalast ist ein echter Kaiserpalast und zählt zu den Höhepunkten der chinesischen Gartenkunst. Hier lässt es sich ausgesprochen gut spazieren. Klettern kann man hier aber auch. Denn die Gebäude der Anlage sind oft hunderte Treppenstufen hoch.

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Tipp: Auch wenn viele den Sommerpalast bei einer Reise nach Peking oft weglassen, lohnt sich ein Besuch sehr. Wenn man einen halben Tag seines Reiseplans frei machen kann, nix wie hin! Mehr altes Peking geht kaum.

Beihai Park: Eine grüne Lunge der Stadt

Der Beihai Park liegt nordwestlich der Verbotenen Stadt und ist eine der grünen Lungen Pekings – vor allen Dingen aber einer der typisch chinesischen Gärten. Von der Dschurdschischen Jin-Dynastie bis zur Zeit der Ming- und Qing-Kaiser war der Nordsee (Beihai) gemeinsam mit dem Mittelsee (Zhonghai) und später auch dem Südsee (Nanhai) Teil der Verbotenen Stadt. Erst seit 1925 steht der Beihai Park der Öffentlichkeit zur Verfügung. Und die dankt es mit regem Besuch. Tagein, tagaus trifft man hier gefühlt halb Peking beim gemeinsamen Ausspannen. Schon nach wenigen Tagen im Smog von Peking ist der Park auch für kurzzeitige Besucher eine gelungene Abwechslung.

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Tipp zur besten Besuchszeit: Die Weiße Pagode erstrahlt nachmittags in einem fast unwirklichen Licht.

Lama Tempel: Der schönste Tempel in Peking

Das Highlight einer jener Peking-in-zwei-Tagen-Reise: der Lama Tempel oder auch Yonghe Tempel genannt. Die ehemalige Residenz des Prinzen Yinzhen wurde im Jahr 1744 unter Kaiser Qianlong zu Ehren seines Vaters in einen lamaistischen Tempel umgebaut. Daher der umgangssprachliche Name Lamatempel. Tatsächlich ist er ist einer der größten lamaistischen Tempel außerhalb Tibets und gilt als die am besten restaurierte Tempelanlage der ganzen Stadt. Schön ist es allemal, von Bau zu Bau zu spazieren und ein wenig die Zeit zu vergessen. Den Smog und Stau vor den Türen der Tempelanlage allemal.

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Tipp, was man nicht verpassen sollte: Es dreht sich nicht nur um Buddhastatuen und Räucherstäbchen. Besonders sehenswert ist auch der Ziergarten, der über die ganze Anlage verteilt ist.

Chinesische Mauer: Wandeln, wandern und kraxeln

Der Klassiker auf jeder Chinareise ist ein Besuch der Chinesischen Mauer. Ja, sie ist einen Besuch wert. Ja, es geht auch als Tagesausflug von Peking zur Chinesischen Mauer. Über den besten Ort an der Mauer spalten sich allerdings die Gemüter. Ein guter, wenn auch pauschaler Ort, ist Badaling. Ein ist sicher: der Blick auf die schier endlose Mauer ist unvergesslich.

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Tipp, wo man die Chinesischen Mauer besuchen sollte: Nach Badaling kommt man gut mit dem lokalen Bus für wenige Euro. Einfach vor Ort am Busbahnhof ein bisschen rumfragen. Badaling kennt jeder Pekinger. Sogar Tom Cruise war schon da und hat für ein großes Medienecho gesorgt. Ob er mit dem lokalen Stadtbus gefahren ist, darf aber bezweifelt werden.

Ming-Gräber: Imposante Grabanlagen des Kaiserhauses

Bei den Ming-Gräbern handelt es sich um die riesige Grabanlage des Kaiserhauses der Ming-Dynastie. Sie liegt im Norden von Peking und ist von der Hauptstadt aus gut zu erreichen. Über den fast sieben Kilometer langen „Heiligen Weg“ erreicht man die Eingänge zu den getrennten unterirdischen Grabanlagen der verschiedenen Ming-Kaiser. Einige der Gräber sind für Touristen zugänglich und entführen einen in längst vergessene Zeiten der chinesischen Vergangenheit.

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Tipp für die Anreise: Wer sich nicht eine geführte Halbtagestour zu den Ming-Gräbern entscheidet, der kann die Grabanlage von Peking aus auch in weniger als einer Stunde für einen Fahrpreis von rund einem Euro mit dem Bus erreichen.

Hutongs: Altes Peking wie es einmal war

Bei den Hutongs handelt es sich um das Peking wie es einst mal war. Aber immer noch pulsiert hier das Leben. Hutongs bezeichnen einerseits enge Gassen, andererseits auch eine Form von traditionellen Wohnbebauungen, bis noch bis in die 1990er Jahre hinein in der Stadt vorherrschend war. Auch heute noch übern die verschachtelten Gassen auf Besucher aus aller Welt einen ganz besonderen Reiz aus. Einige Häuser wurden mühsam restauriert. Wo man jetzt Boutiquen, Ateliers und hippe Cafés findet, tummeln sich vor allem sonntags große Mengen an nationalen wie internationalen Besuchern.

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Tipp für die Erkundung der Hutongs: Die Hutongs verlaufen rings um die Verbotene Stadt. An vielen Ecken lässt sich eine Tour durch die Hutongs starten, am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Außer sonntags, da kommt man mit dem Fahrrad eh nicht durch die Besuchermassen.

Wo ein altes Peking ist, ist auch ein neues Peking. Und das stellen wir euch im nächsten Beitrag vor.

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Die Reise wurde unterstützt vom der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und Hainan Airlines

  1. Ulrike says:

    Schöne .iLste! Doch ehrlich: der wahre Geheimtipp für alle Parks in China ist, dass man frühmorgens dorthin geht, wenn die Einheimischen sich dort treffen für Tai Ji, gemeinsames Tanzen und Klönen. Das ist wirkliches authentisches Peking! Damit meine ich vor allem den Kohlehügel und den Park am Himmelstempel.
    LG
    Ulrike

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  2. Oli says:

    Auf deinen nächsten Artikel bin ich schon sehr gespannt. Die klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt sind ja recht bekannt. Das moderne Peking hat aber recht viele „Geheimtipps“, finde ich.

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  3. Thomas says:

    Hallo,
    gute Tipps, die ich selbst kenne. Auf das Mao-Mausoleum würde ich verzichten und für die Chinesische Mauer nach Mutanyu fahren statt nach Badaling, das alle Touren anfahren.
    Vg
    Thomas

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