London Travel Guide – Englands Hauptstadt mit durchschnittlichem Budget

Die Stadt London gilt zurecht als teures Pflaster. Aber kann man in Englands Hauptstadt richtig viel sehen und unternehmen ohne dabei viel Geld auszugeben. Die besten und persönlichsten Tipps und Tricks, wie das möglichst günstig oder sogar umsonst geht, findest du hier: London Travel Guide – Englands Hauptstadt mit kleinem Budget.

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Ach, du willst gar nicht jeden Cent zweimal umdrehen? Kann ich gut verstehen. Auch dann hab ich das Richtige für dich: den Anekdotique London Travel Guide für London mit einem durchschnittlichen Budget. Los geht’s!

Das London Eye Riesenrad in Englands Hauptstadt

Aktivitäten in London

Natürlich dürfte es für niemanden ein Problem darstellen, in London mehrere Hundert Pfund am Tag auszugeben. Aber für den Fall, das du zwischen 50 und 70 Pfund parat hast, abgesehen von den anfallenden Hotelkosten, kannst du damit richtig viel machen.

Magst du Flohmärkte? Selbst wenn das eher nicht so deine Sache ist, lohnt sich ein Besuch der meist wunderhübschen Trödelmärkte. Eigentlich ist es fast egal welcher, es gibt sie in fast jedem Londoner Stadtteil. Zu den schönsten gehört mit Sicherheit der Portobello Road Market in Notting Hill (Ja, das ist da, wo Hugh Grant sein Getränk auf Julia Roberts Bluse kippte.) Hier wirst du die Schuhe finden, die du schon immer haben wolltest oder den schicken Bilderrahmen für dieses eine Foto, dass du schon so lange aufhängen willst.

Die Westminster Bridge mit dem Big Ben und den Houses of Parlament

A typical red London Bus

Event Tipp Nr.1:

Seit einiger Zeit ist die NFL, die North American Football League, Jahr für Jahr zu Gast in London, um eine Reihe offizielle Liga-Spiele auszurichten – und zwar in keinem geringeren Stadion als dem legendären Wembley Stadium.

Der Grund liegt auf der Hand: Die NFL will im fußballverwöhnten Europa Werbung machen für die amerikanischste aller Sportarten. Und das klappt erstaunlich gut, denn die halbe Stadt verwandelt sich in den Tagen der Spiele regelrecht in eine US-Kolonie. Dabei lernt man als Europäer schnell, dass Football für US-Amerikaner weit mehr ist, als einfach nur ein Sport…

Wieso das Event so verrückt ist und wie ich es erlebt habe? Steht hier: Die NFL erobert London!

Die vielbesuchte Regent Street im Stadtzentrum von London

Eine Tribüne beim Fanfest der amerikanischen NFL Football Liga in London

Event Tipp Nr.2:

Mit jedem Herbst hält auch die London Design Week Einzug in der Hauptstadt der Regenschirme und verwandelt sie in ein wahres Design-Paradies mit über 300 einzelnen Events.

Neben der Messe laden viele Design Stores und Showrooms zu tollen Ausstellungen, Snacks und Drinks ein. Und abends die großen Designmarken zu großen Parties in der ganzen Stadt.

Wichtig dabei ist, sich rechtzeitig ein Hotel oder Hostel zu buchen. In der Zeit rund um die Design Week ist meist alles nicht nur überteuert, sondern schnell auch überbucht.

Eine Ausstellung auf der London Design Week

Ein riesiges Kubus bei der London Design Week

Designmöbel bei der London Design Week

Sehenswürdigkeiten in London

Du willst also Geld ausgeben? Dann wäre vielleicht eine Fahrt mit dem London Eye was für dich, das riesige Riesenrad in South Bank direkt an der Themse, von wo aus man einen einmaligen Blick auf die Stadt hat.

Kleiner Tipp am Rande: lass das mit dem Champagner in der Gondel lieber sein… (den bewahre ich mir nämlich für den dritten Teil dieser Posting-Reihe auf. Nämlich darüber, wie man in London all sein Geld ausgeben kann. Ha!)

Die Westminster Bridge mit dem London Eye im Hintergrund

Das London Eye bei schönem Wetter

Dass London einige der besten Museen und Galerien der Welt besitzt, ist eine tolle Sache. Dass der Eintritt überall kostenlos ist, eine noch viel bessere. Und das sollte man ausnutzen. Am meisten loht sich meines Erachtens das British Museum und die Tate Modern Art Gallery.

Ein Gemälde in der Tate Mondern

Ach so, du bist ja hier um dein hart verdientes Geld loszuwerden. In diesem Fall, schau dir zum Beispiel mal den Tower of London an. Oder wie er in höheren Kreisen auch genannt wird: Her Majesty’s Royal Palace and Fortress. Was ein Name, oder? Aber hey, es geht ja schließlich um die königlichen Kronjuwelen, um das heilige Bling Bling, auf die du einen kurzen Blick werfen darfst.

Sightseeing Tipp:

Jedes Jahr von August bis September befindet sich die Queen in Ihrem königlichen Sommerurlaub in Schottland, was es dem Palast ermöglicht, seine Pforten für das einfache Fußvolk zu öffnen (sprich: uns), ein feierliches Event das vielmehr als „Summer Opening“ bekannt ist. Im Sinne von: „Juhu, sie ist weg! Lasst uns alle einladen und eine riesige Party schmeißen!“ Der genaue Zeitpunkt wird online bekannt gegeben.

Der Buckingham Palace in London, England

Eine berittene Garde des englischen Königshauses in London

Essen gehen in London

Wenn es um Restaurants geht, hast du in London die Qual der Wahl. Ein sehr schönes ist eines von Fernsehkoch Jamie Oliver, mit dem schlichten Namen Fifteen in Islington (15 Westland Place). Hier zahlt man 19 Pfund für ein Zweigänge-Menü, was ich ziemlich fair finde.

Oliver selbst sagte einmal über seinen Schuppen, es ginge ihm dabei um „elegantes Essen, rustikal, einfach und ehrlich,“ was in meinen Ohren wiederum sehr vernünftig klingt. Vermutlich fühlt man sich nach dem Essen selbst ein wenig stolz auf sich selbst, als hätte man gerade etwas Gutes getan. Nun ja, das hat man ja auch irgendwie. Nämlich sich selbst.

Das Restaurant Fifteen von Starkoch Jamie Oliver in London

Steak- und Burger-Tipp:

Ein Restaurant für alle, die gute Steaks und Burger mögen ist TGI Friday. Ja, liebe amerikanischen Leser, entschuldigt bitte diesen scheinbar so abwegigen Tipp. Ihr müsst wissen, dass es im Gegensatz zu den USA hier im Good Old Europe nicht an jeder zweiten Ecke gute Burger gibt. TGI Friday zum Beispiel hat wenige Filialen in Europa. 

Restaurant-Tipp in Shoreditch:

Im Szeneviertel Shoreditch kann ich guten Gewissens das Albion Cafe in der Boundary Street 2-4 empfehlen. Ein gemütlicher Raum mit angenehm junger, entspannter Atmosphäre. Will man sein Essen nicht im Stehen verputzen, sollte man versuchen, zuvor telefonisch einen Platz zu reservieren. Es kann nämlich sehr voll werden, wobei der Raum besonders dann seinen ganz eigenen, geselligen Charme entwickelt.

Hier wird nicht nur ein gutes Breakfast, Lunch und Dinner angeboten, ganz nebenbei hat der Laden nämlich auch eine ganz zauberhafte Bäckerei, einen Kuchenstand (!) und eine super Auswahl an Britischen Lebensmitteln von mehr oder weniger bekannten Marken wie Coleman’s Senf oder Maldon Salz bis hin zu regionalen Spezialitäten.

Café-Tipp:

Kuchenliebhaber sollten sich auch ruhig mal ins Maison Bertaux in den verwinkelten Gassen Sohos verirren. Was zugegebenermaßen nicht besonders englisch klingt, betitelt sich selbst als Londons älteste Patisserie. Stell dich auf eine leicht verrückte Inneneinrichtung ein, die dann doch auch wieder irgendwie niedlich wirkt. Nicht zu vergessen, dass die angebotenen und selbstverständlich selbst gebackenen Kuchen, wirklich super schmecken.

Szene-Restaurant-Tipp:

Einen Besuch wert ist auch eines der Londoner Restaurants von Yotam Ottolenghi, der als eines der größten Kochtalente unserer Zeit gilt. Das Flaggschiff trägt seinen Namen und befindet sich in Islington. Selbst bekennender Jude, wurde er vor allem mit einem Kochbuch bekannt, welches er gemeinsam mit seinem palästinensischen Executive Chef Sami Tsamimi entwickelte und veröffentlichte. Was für eine wunderschöne Idee, die sich auch in dieser und anderen gemeinsamen Londoner Küchen widerspiegelt.

Das Szene-Restaurant Ottolenghi in London

Ausgehen & Unterhaltung

Es gibt tausende gute Pubs, Cocktail Bars und andere Lokalitäten in so ziemlich jedem Londoner Stadtteil von Soho bis ins East End. Aber da bekannterweise jeder ein anderes Trinkverhalten an den Tag oder vielmehr die Nacht legt, gilt es vor allem, diese selbst für sich zu entdecken. Trink einfach so viel wie deine Geldbörse bereit ist zu zahlen.

Du willst dich lieber unterhalten lassen? Probier’s mal mit den Theatern rund um den Leicester Square und Piccadilly Circus. Hier gibt es jeden Abend viele Aufführungen, teilweise sogar mit bekannten Hollywood-Stars wie Sir Ian McKellen oder Keira Knightley, die ich einmal am Hinterausgang eines Theaters traf, umringt von einer Schar Teenies die unisono quietschend „Keira! Keira!“ schrien.

Der Piccadilly Circus in London

Event Tipp:

Musicals wie zum Beispiel das weltweit gefeierte Chicago, sind eine andere gute Option für einen unterhaltsamen Abend. Das geht sogar spontan. Versuch am besten dein Glück beim Ticket Shop im Clocktower Building am Leicester Square. Dort gibt es am Tag der Veranstaltung (meiste recht viele) Resttickets zum halben Preis. Zumindest solange der Vorrat reicht. Und das kann ziemlich schnell gehen. Also lieber früh da sein.

Shopping in London

Wenn ums Einkaufen geht, ist London meiner Meinung nach eine der besten Städte in Europa. Nahezu alle Filialen und Shops der gängigen Marken haben hier eine Filiale, viele davon rund um die Oxford Street, Regent Street oder rund um Soho. Dabei gibt’s wirklich für jeden Geschmack etwas: Für Mädels gibt’s Primark, für Hipster Urban Outfitters und für Nerds den Apple Store. O.K., Spaß beiseite. Aber mal im Ernst, was auch immer du sucht, wenn du es nicht London findest, wo bitte dann?

Eine Einkaufszone in London

Wem einfach nur ein bisschen nach Bummeln und Stöbern zumute ist, der sollte sich mal das legendäre Harrod’s ansehen, ein gigantisches Kaufhaus in einem ehrwürdigen Gebäude in der Brompton Road in Knightsbridge. Das ist natürlich alles andere als ein Geheimtipp – im Gegenteil, das ehrwürdige Kaufhaus trägt seinen edlen Namen in die ganze Welt hinaus.

Ich finde immer wieder großen Gefallen daran, gemütlich durch die langen Flure und die riesigen Hallen zu schlendern und die britische Shopping-Mentalität geradezu in mich aufzusaugen. Und das kann man bei Bedarf ziemlich lange tuen. Schließlich ist das Harrod’s ganze fünf Hektar groß und bietet über 90.000 m² Verkaufsfläche. Noch Fragen?

Vor allem an einem verregneten Tag – und davon hat London bekanntlich nicht gerade wenig – gibt es wohl kaum etwas besseres, als sich den lieben langen Tag in den weiten Fluren und Korridoren des Harrod’s zu verlieren. Und während es draußen an die Scheiben prasselt, kannst du drinnen peu à peu dein Geld verprassen.

Auf gar keinen Fall verpassen sollte man dabei die gigantischen Food Halls mit einer unglaublich großen Auswahl an allem Essbaren was man sich je erdenken könnte: von exklusivem High Tea über Tapas bis Kobe Steak und Haute Cuisine. Du wirst überrascht sein, auf was man alles gleichzeitig Appetit haben kann.

Das berühmte Kaufhaus Harrods in London

Shopping Tipp für Bartträger:

Für Bartträger, Möchtegern-Hipster und solche die ihr Gesichtsgestrüpp lieber loswerden wollen, empfiehlt sich ein Besuch im Taylor of Old Bond Street. Wo die ist? Na in der, welch Überraschung, Old Bond Street. Dort verkaufen sie jedes erdenkliche Utensil, das man für die Bartpflege benutzen könnte: zum Bart rasieren, zum Bart trimmen, zum Bart kämmen, zum Bart färben oder sogar zum Bart glätten. Mit anderen Worten: ein echtes Paradies für Moustache-, Backen- oder Ziegen- oder Was-auch-immer-Bartträger.

Und wenn du deinen Bart allerdings einfach nur los werden willst, bekommst du vor Ort eine stattliche Rasur von einem echten Barbier.
Ach du hast gar keinen Bart? Du bist sogar eine Frau? Dann schnell zum nächsten Tipp!

Shopping Tipp für Fans von Apple und Co.:

Wer in Erwägung zieht, sich einen Mac, ein iPhone oder ein anderes Elektronik-Produkt zuzulegen, der sollte vor seiner Abreise unbedingt die Preise vergleichen. In Großbritannien ist Elektronik nämlich oft etwas günstiger als in anderen europäischen Nachbarländern, wie in Deutschland zum Beispiel.

Shopping Tipp für regnerische Tage:

Wie schon erwähnt, sind Regentage in London bei weitem keine Seltenheit. Solltest das Pech hinzukommen, dass du keinen Regenschirm dabei hast, könntest du dir natürlich einfach in einem großen Department Store wie im Liberty oder im Harrod’s die Zeit vertreiben.

Oder du kaufst dir einen Regenschirm. Da wärst du nicht darauf gekommen, oder? Solltest du das in Erwägung ziehen, dann schau dir mal die Regenschirme der Marke London Undercover an. Die bieten eine große Auswahl an richtig hübschen Schirmen von klein bis groß, von klassisch bis fancy. Gibt’s z.B. in den eben genannten Kaufhäusern.

Übernachten in London

Auch was die Übernachtung angeht, muss London nicht übermäßig teuer sein. Versuche einfach mal rechtzeitig – und nicht erst zwei Wochen vorher – ein gutes Angebot bei einem Mittelklassehotel wie ibis zu ergattern. Am besten natürlich in guter Lage, sprich: nahe an einer Underground oder Overground Station. Es gibt haufenweise gute Optionen in London, bei denen du zwischen 70 bis 80 Pfund pro Nacht für ein recht ordentliches Doppelzimmer zahlst.

Eine andere Möglichkeit: gleich ein ganzes Apartment mieten. Zum Beispiel bei GowithOh, die Wohnungen in den verschiedensten Bezirken Londons und auf unterschiedlichsten Preislevels anbieten. (Hinweis: Dieser Tipp wird euch präsentiert von GowithOh.)

Noch ein Übernachtungs-Tipp:

Versuch dir ein Zimmer auf priceline.com zu schießen, einer Online-Bieterplattform, bei der du den Preis einfach selbst nennst und der Anbieter, also das Hotel, daraufhin zuschlägt oder eben nicht. Du wirst überrascht sein, zu welchem Preis man eine Nacht im 3- oder 4-Sterne Hotelzimmer bekommt. Ich für meinen Teil hab mal 40 Euro fürs Marriott bezahlt.

Flughäfen in London

Wie ich in diesem Blogpost schon erwähnt habe, gibt es in London fast genauso viele Flughäfen wie Fußballvereine. Wenn du es möglichst komfortabel magst, versuche einen guten Flug nach London Heathrow zu bekommen. Warum? Ganz einfach, weil du dich nach der Ankunft einfach gemütlich in die Tube setzen kannst und dich die Picadilly Line in ca. einer Stunde direkt in die Stadt bringt. Und das zu einem normalen Tube-Preis. Die schnellere, aber auch teurere Option ist der Heathrow Express für 16.50 Pfund oneway, also für eine Strecke.

Airport Tipp: 

The beste Option, was Flughäfen angeht, ist der London City Airport auf den früheren Docklands im Londoner Borough Newham. Er ist super nah zu Canary Wharf und Central London.

London Transport

Es gibt die berühmte Tube (Underground), die berühmten roten Busse und ja, du musst unbedingt auch mal mit den berühmten London Cabs, den Taxis, fahren. Das ist dann quasi so, als würdest du Sehenswürdigkeiten anschauen, während du selbst in einer sitzt. Wie toll ist das denn bitteschön?

Was? Du entscheidest dich doch lieber für die günstigere Variante? Ok, hier geht’s lang: Günstig durch London – ein Anekdotique Travel Guide.

Für den Fall, dass dir all diese Ideen fürs Geldausgeben in London immer noch viel zu günstig und absolut nicht dein Style sind, dann my dear, freu dich auf den dritten Blogpost in dieser Reihe: London mit einem großen Budget.

Warst du in London? Was sind deine Tipps bei wenig Budget? Schreibe einen Kommentar!

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Der Artikel ist auch in English verfügbar.

  1. Ben Robinson says:

    I’d also suggest a ride on the Thames Clipper (http://www.thamesclippers.com/). Last time I was on it, the cost was only £7 and you get a good 15 minute ride down the river / under Tower Bridge. Really cool. You can get on at The O2, London Eye and various other spots.

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    • Clemens says:

      Hey thanks Ben, sounds like a great recommendation. And £7 is very worth it I guess. Will have a try on that on my next trip to London!

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  2. Kirsten says:

    As a Londoner, I would definitely recommend visiting Leighton House in Kensington, the Arab Hall inside is amazing! Also Kew Gardens and Hampton Court are really nice options if you want to spend a full day away, and they are definitely worth the ticket price!

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    • Clemens says:

      Hi Kirsten, thank you so much for the recommendations! They sounds really nice! I will check them out on my next trip to London in autumn.

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  3. Julia says:

    Lovely post. This makes me miss my year in London even more. Eltham Palace is worth the visit.

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