Scuba Diving in der Andamanensee – ein Schnuppertauchkurs vor Koh Phi Phi

Das kleine Inselarchipel von Koh Phi Phi gehört zum Königreich Thailand, liegt inmitten der Andamanensee und ist gut 45 km von den südthailändischen Haupttouristenorten Krabi und Phuket entfernt.

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Dass man da gut tauchen gehen kann, war mir im Vorfeld meiner Reise in diesem Dezember und Januar klar. Dass ich es auch tatsächlich tuen würde, eher nicht.

Aber ich hab’s tatsächlich getan! Ich war tauchen! Sogar bis 13 Meter Tiefe! Mit Blaupunktrochen, Feilenfischen, Harlekin-Süsslippen und mit Nemo. Mit Riffs, die tief ins dunkle Etwas hinunter reichen und einer atemberaubenden Unterwasserwelt, in der ich zu Gast sein durfte.

Dabei hab ich gemerkt, dass Tauchen gar nicht so schwer ist. Wieso? Weil dir beim ersten Mal dein Tauchlehrer eh alles abnimmt. Bei einem Schnupperkurs brauchst eigentlich nichts Weiteres zu tun, als gut zuzuhören, deine sieben Sinne beisammen zu haben, seine Anweisungen zu befolgen und dich fallen zu lassen in die blauen Tiefen des Ozeans.

Ab jetzt mal Schritt für Schritt!

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Schritt 1: The right diving school, the right diving buddy

Zuerst einmal musst du dich für eine Tauchschule entscheiden. Das dürfte gar nicht so schwer sein. Denn überall, wo es gute Tauchreviere gibt, gibt es auch viele Tauchschulen. Achte auf das PADI Zertifikat. Das sollte sie haben!

Frag auch ruhig nach einem Tauchlehrer, der deine Sprache spricht, wenn du dabei ein besseres Gefühl hast. Es gibt sogar recht viele deutsche Tauchlehrer in Schulen auf der ganzen Welt, egal ob in Australien, Mexiko, auf den Malediven oder den Philippinen.

Was eine gute Tauchschule außerdem auszeichnet, sind kleine Gruppen und ein persönlicher Bezug des Tauchlehrer zu seinen Schülern.

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Schritt 2: Hosen runter, safety first!

Wer zum ersten Mal Tauchen geht, gibt sich nahezu blind in die Hände des Tauchlehrers. Und der will seinen Schützling natürlich auch erst einmal kennenlernen.

Also ins locker-flockige Gespräch kommen und Fragebogen ausfüllen mit Angabe von Adresse, Alter, Gewicht und Größe, von eventuellen Krankheiten oder Medikamenten oder gar Drogenvorlieben. Darüber scherzt man bei diesem Sport nämlich nicht.

Und natürlich wirst du aufgefordert werden, einen Ansprechpartner für den Notfall anzugeben.

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Schritt 3: Was nicht passt, wird passend gemacht

Zu der Ausrüstung eines Tauchers gehören eine Handvoll Dinge – die trotzdem so schwer sind, dass du sie kaum alle gleichzeitig tragen kannst: vor allen Dingen eine Sauerstoffflasche, einen Neoprenanzug, eine Tauchermaske, ein Bleigürtel und Flossen. Die musst du anprobieren, damit auch alles einwandfrei sitzt und du dich wohl darin fühlst.

Den ganzen Rest wie Schläuche und Mundstück wird der Lehrer für dich zusammenpacken.

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Wichtig übrigens: Acht Stunden vor dem geplanten Tauchgang sollte man keinen Alkohol konsumieren.

Verlege deine Party also lieber auf danach, dann wirst du nämlich eh was zu feiern haben: entweder das atemberaubenden Taucherlebnis oder dein eigenes Überleben.

Schritt 4: First come, first WOW

Ausschlafen ist nicht. Denn schon möglichst früh morgens geht’s dann los. Meistens wird mit einem größeren Schiff zu den Tauchspots hinaus gefahren, so dass mehrere Tauchkurse und -schulen auf dem Schiff Platz finden. Du wirst also in den seltensten Fällen in einer wirklich kleinen Runde losziehen.

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Schritt 5: No Multiple Choice

Beim Tauchen muss man genau wissen, wie man in welcher Situation am besten reagiert – und vor allem so, dass die anderen Taucher deine Gestik unter Wasser auch sofort verstehen. Damit das auch so ist, wird man auf der Fahrt zum Dive Spot erst einmal mehr oder weniger ausführlich ins Thema Tauchen eingeführt.

Die Learnings sind dabei: Wie geht ein Tauchgang eigentlich von statten? Was passiert beim Tauchen mit deinem Körper? Was mache ich, wenn unter Wasser eben dieses in meine Tauchermaske gerät? Wie bekomme ich wieder heraus? Wie mache ich einen Druckausgleich beim Sinken in tiefere Gewässer? Wie finde ich den Schlauch mit dem Mundstück wieder, falls ich ihn verlieren sollte? Und an welchem Strand feiern wir eigentlich danach gemeinsam unser Überleben?

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Und dann lernt man vor allem noch die wichtigsten Taucherzeichen, mit denen man sich unter Wasser bzw. an der Wasseroberfläche mit den anderen verständigt. Das fängt an mit dem bei uns als „Pico Bello“ bekannten Kreis aus Daumen und Zeigefinger an, was in der Tauchersprache so viel bedeutet, wie alles bene.

Nicht zu verwechseln mit dem Daumen-Hoch-Zeichen. Das würde nämlich deinen Tauchlehrer schleunigst dazu veranlassen, dich so schnell/langsam und so sicher wie möglich wieder an die Wasseroberfläche zu verfrachten. Zeichen verwechseln ist hier also nicht so die beste Idee, wie du dir sicherlich denken kannst.

Böse Gemüter könnten ihren Tauchkumpanen übrigens mit über dem Kopf gefalteten Händen den größeren Schrecken einjagen – Hai in Sicht!

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Schritt 6: Jump! Jump!

Und dann geht’s ganz plötzlich los. Du zwängst dich in den vermutlich vom gestrigen Tauchgang immer noch nassen Taucheranzug, schlüpfst in die Flossen, setzt dir die Brille und die (sauschwere) Sauerstoffflasche mit dem Schlauch auf, verbeisst dich in deinem Mundteil und fällst mit einem großen Ausfallschritt ins Wasser.
Keine Sorge über die richtigen Einstellungen wie Druck etc. kümmert sich einzig und allein dein Tauchlehrer.

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Schritt 7: Sugar, we’re going down!

Im Wasser bzw. auf dem Wasser wird dein Lehrer mit dir alles noch einmal durchgehen: die vorher auf dem Schiff sporadisch gelernten Handgriffe, -kniffe und den Verhaltensknigge in jeglicher Art von Notfall. Und natürlich darfst du nun endlich auch alles vorher gelernte, wie Druckausgleich und wie man Wasser aus der Maske entfernt, selbst ausprobieren.

Und dann ist der große Moment gekommen, in dem der Tauchlehrer euch gemeinsam ins tiefe Blau hinunterlässt – indem er Luft aus euren vorher aufgepumpten Westen heraus lässt.
Ihr werdet sinken und sinken. In meinem Fall bis auf 13 Meter unter den Meeresspiegel. Und mit jedem Meter werden deine Augen immer und immer größer werden. Alles Weitere lässt sich nicht in Worte fassen. Das muss man einfach selbst erleben.

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Der Artikel ist auch in English verfügbar.

  1. jessie says:

    Total super-toll 😀

    Ich habe ja auch einen Tauchschein auf Ko Tao gemacht. Bis auf 30 Meter – müsste ihn nur mal wieder auffrischen. Mein damaliger Tauchlehrer kommt sogar ursprünglich aus Oberhausen. Also quasi Nachbar meiner Heimat. Da hat man sich irgendwie gleich gut gefühlt.

    Ah Fernweh und die Lust wieder zu tauchen. Danke Mister. Danke!

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    • Clemens says:

      Oh das freut mich zu hören, Jessie! Ich glaub, man kann es sich gar nicht vorstellen, solange man es nicht wirklich selbst mal probiert hat. Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl da unten.

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  2. Wow how breathtaking! The colors in your pictures are brilliant! I will pin this post for future reference! I would love to do this someday. Thanks for a great post!

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    • Clemens says:

      Thanks Tamika! You should definitely have a try on scuba diving. It’s just stunning to be a guest in this unknown underwater world!

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  3. Nicole says:

    Hi Clemens! ein echt schöner Bericht! Ich musste natürlich sofort an meinen Dive- Ausflug bei den Similan Islands denken, die liegen da irgendwo vor der Küste in der Andamanensee. Es war unglaublich ! Wir sind mitten zwischen einer „Horde“ Mantas geschwommen und zu einem alten Wrack runter getaucht. Bisher mein absoluter Lieblings-Dive-Spot!

    Liebe Grúße
    Nicole

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